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Chemtrails

Chemtrails gibt es nicht. Punkt. Na der kann ja viel erzählen - oder?

Seit Mitte der Neunziger gibt es das Märchen von ominösen Chemtrails am Himmel. Zuerst kam es in Nordamerika auf, ab 2004 verbreitete sich das Märchen rasant im deutschsprachigen Raum. Ausgelöst wurde hier die Verbreitung durch den Artikel „>Die Zerstörung des Himmels“ des Schweizers Gabriel Stetter in der „raum & zeit“.

Aber: So lange die Behauptungen zu Chemtrails existieren, so lange gibt es noch keinen einzigen Beleg dafür.

Während täglich Millionen Menschen in der angeblich verseuchten Luft am Himmel unterwegs sind und diese einatmen (ja, Luft in den Flugzeugkabinen kommt ungefiltert hinein), hat es noch niemand geschafft, mal eine belastende Probe vom Himmel zu holen. Während selbst Kinder Wetterballonprojekte durchführen, war noch nicht ein einziger der Chemtrail-Gläubigen in der Lage dazu, auf diesem Weg eine Probe von oben zu holen. Während jeder Jung-Planespotter ein Flugzeug am Himmel identifizeren kann, schaffte es noch kein Chemmie, die Registrierung eines Sprühfliegers zu nennen.

Während in der Geschichte alle Phänomene am Himmel, die es heute gibt, beschrieben wurden und man diese auch in/auf alten Filmen und Bildern sehen kann, entdecken Chemtrail-Gläubige immer wieder alles neu - und schieben es auf irgendwelche Sprühereien. Der Frage, wie das früher ganz ohne HAARP und ohne Flugzeuge gehen sollte, weichen die von der Chemtrail-Verschwörungstheorie Betroffenen gekonnt aus.

Natürlich gab es eine rasante Entwicklung in der Luftfahrt und so wird man bei geeigneten Wetterlagen mehr Kondensstreifen sehen und vor allem auch in Regionen, wo es sie bisher nur selten gab. Schließlich wurden es auch immer mehr Airways. Und da Kondensstreifen der Umgebungsfeuchte gleich noch die Möglichkeit bieten, Wolken zu bilden, kann der Himmel bei geeigneten Wetterlagen - ausgelöst durch Kondensstreifen - schon mal bedeckter werden. Das Verhalten der Kondensstreifen selbst ist dabei aber immer noch wie zu Beginn der Fliegerei, nur sind es eben wesentlich mehr und vor allem auch durch größere Flugzeuge und größere Flughöhen fettere Contrails geworden.

2013 schrieb ich ein Buch dazu, das „Chemtrailhandbuch“. Klar, der Titel sollte natürlich die Zielgruppe der Chemtrail-Gläubigen ansprechen. Es müsste eigentlich mal aktualisiert werden, denn auch diese Verschwörungstheorie lebt. In den Grundzügen stimmen die Inhalte aber immer noch. Abbildungen zum Buch finden Sie auch in dieser Kategorie.

Ausführlicher behandelt das Thema die Website chemtrail-fragen.de.