Datenschutzerklärung


Photometeore

Den Regenbogen kennt sicher jeder. Der entsteht an Tröpfchen auf der Sonnengegenseite und kann im Aussehen variieren (doppelter Bogen, überzählige Bögen usw.).

Der Regenbogen ist jedoch nur eins von vielen Phänomenen am Himmel, die durch Sonnen- oder Mondlicht entstehen und in ihrer Gesamtheit als Photometeore bezeichnet werden. Durch Beugung, Brechung, Reflexion usw. erscheinen noch viele andere Phänomene, die lange Zeit vergleichsweise unbekannt waren. Der Grund ist einfach, dass diese entweder seltener sind oder an Stellen auftreten, die nicht im üblichen Blickbereich liegen - man sie also zielgerichtet suchen muss. Der Zirkumzenitalbogen ist zum Beispiel hoch oben, außerhalb des gewöhnlichen Blickbereichs. Irisierende Wolken sind meist in der Nähe der Sonnenrichtung - dort blendet es, dort sieht man für gewöhnlich nicht hin. Usw. usf.

In den letzten Jahren stießen jedoch immer mehr Menschen auf diese Erscheinungen, sei es angeregt durch Fotos und Videos im Internet oder durch das penetrante Verbreiten von Märchen (HAARP, Chemtrails) durch Verschwörungstheoretiker. Dabei kann man die verschiedensten Reaktionen beobachten - angefangen von falschen Bezeichnungen (für viele sind alle Erscheinungen einfach Regenbogen) über Irritationen (das gab es doch früher nicht) bis hin eben zu den seltsamen Interpretationen der Verschwörungstheoretiker (alles gesprüht).

Diese Erscheinungen sind jedoch alles andere als neu, wie in den Beispielen belegt wird: chemtrail-fragen.de/history. Es wäre schon etwas seltsam, wenn man 1571 schon mit Flugzeugen gesprüht hätte.

Auch über Berlin gibt es natürlich diese Photometeore und so sind in der Galerie dieser Kategorie einige Fotos und Videos davon zu sehen. Wer sich genauer damit beschäftigen möchte, bekommt in der Wikipedia einen ganz ersten groben Überblick. Für eine fachlich korrekte und umfassende Beschäftigung sind Websites wie meteoros.de oder atoptics.co.uk besser geeignet.

Und bitte: Der Regenbogen ist ein Regenbogen ist ein Regenbogen. Das ist der Bogen, der in Sonnengegenrichtung erscheint, wenn es dort feucht ist und die Sonne auf diese Feuchtigkeit scheint. Alles andere ist kein Regenbogen. Der Zirkumhorizontalbogen zum Beispiel, der fälschlicherweise oft als „Fire Rainbow“ bezeichnet wird, entsteht nicht an Tröpfchen, sondern an Eiskristallen und er ist, wenn die Sonne hoch genug steht, in Sonnenrichtung zu sehen, unter der Sonne. Nur wenn man Begriffe richtig verwendet, weiß auch jeder, was gemeint ist.

Oder wie schon der alte Goethe zu einem vergleichbaren Thema schrieb:

„Wenn ich Stratus höre, so weiß ich daß wir in der wissenschaftlichen Wolkengestaltung versiren und man unterhält sich darüber nur mit Wissenden. Ebenso erleichtert eine solche beibehaltene Terminologie den Verkehr mit fremden Nationen. Auch bedenke man, daß durch diesen patriotischen Purismus der Stil um nichts besser werde: denn da man ohnehin weiß, daß in solchen Aufsätzen diesmal nur von Wolken die Rede sei, so klingt es nicht gut, Haufenwolke und so weiter zu sagen und das Allgemeine beim Besondern immer zu wiederholen. In andern wissenschaftlichen Beschreibungen ist dies ausdrücklich verboten.“